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Olderbak, S., Hollweck, R., Krowartz, E.-M., Möckl, J., Hoch, E.

Konsum psychoaktiver Substanzen in Deutschland - Ergebnisse des Epidemiologischen Suchtsurveys (ESA) 2024

2025

Deutsches Ärzteblatt International, 122: online first. https://doi.org/10.3238/arztebl.m2025.0157

Olderbak, S., Hollweck, R., Krowartz, E.-M., Möckl, J., & Hoch, E. (2025). Psychoactive substance use in Germany: Findings from the Epidemiological Survey of Substance Abuse (ESA) in 2024 [Konsum psychoaktiver Substanzen in Deutschland - Ergebnisse des Epidemiologischen Suchtsurveys (ESA) 2024]. Deutsches Ärzteblatt International, 122: online first. https://doi.org/10.3238/arztebl.m2025.0157
Open Access
 

Hintergrund: Das Monitoring des Konsums psychoaktiver Substanzen und substanzbezogener Störungen in der Allgemeinbevölkerung erlaubt eine Einschätzung der Verbreitung sowie der damit verbundenen gesundheitlichen und sozialen Auswirkungen.

Methode: Datenbasis ist der Epidemiologische Suchtsurvey (ESA) 2024 (n =7 534, 18–64 Jahre). Es wurden Prävalenzwerte für den Konsum von Tabak, Alkohol, Cannabis, illegalen Drogen und Medikamenten sowie Daten zur Abhängigkeit und zum Missbrauch nach DSM-IV-Kriterien erfasst mit Hochrechnung auf die deutsche Wohnbevölkerung im Alter von 18–64 Jahren (N =51 480 168 Personen).

Ergebnisse: Alkohol war mit einer 30-Tages-Prävalenz von 68,6 % (35,3 Mio.) die am häufigsten konsumierte Substanz, gefolgt von nichtopioidhaltigen Analgetika (31,5 %) und konventionellen Tabakprodukten (21,8 %). Cannabis wurde von 9,8 % (5,1 Mio.) in den letzten 12 Monaten konsumiert. Eine Abhängigkeit lag bei 4,2 % für Alkohol, 8,3 % für Tabak, 1,0 % für Cannabis, 0,1 % für Amphetamine sowie Kokain, 2,8 % für Analgetika und 1,5 % für Hypnotika und Sedativa vor. Missbrauch wurde bei 5,6 % bei Analgetika, 0,5 % bei Cannabis, 0,1 % bei Kokain sowie Amphetamin, 1,1 % bei Hypnotika und Sedativa und 3,3 % bei Alkohol festgestellt.

Schlussfolgerung: Der Konsum psychoaktiver Substanzen bleibt in Deutschland weit verbreitet. Angesichts seiner gesundheitlichen und gesellschaftlichen Relevanz ist ein kontinuierliches Monitoring unerlässlich, um Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und gezielte Präventions- und Interventionsmaßnahmen ableiten zu können.

Gefördert durch das Bundesministerium für Gesundheit