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Hoch, E., Krowartz, E.-M., Hollweck, R., Möckl, J., Olderbak, S.

Cannabiskonsum vor und nach der Teillegalisierung. Erste Trends, Konsummuster und Motive

2025

Deutsches Ärzteblatt International, 122, 632–637. https://doi.org/10.3238/arztebl.m2025.0161

Open access https://doi.org/10.3238/arztebl.m2025.0161

Zusammenfassung

Hintergrund: In Deutschland stieg die 12-Monats-Prävalenz des Cannabiskonsums von 2012–2021 kontinuierlich an. Im Jahr 2024 wurde Cannabis für Freizeitzwecke teilweise legalisiert. Vor diesem Hintergrund ist es von besonderer Bedeutung, Konsummuster in der frühen Phase nach der Legalisierung systematisch zu untersuchen.

Methode: Die Daten stammen aus den Erhebungswellen 2012 (n2012 = 9 084), 2015 (n2015 = 9 204), 2018 (n2018 = 9 267), 2021 (n2021 = 9 046), und 2024 (n2024 = 7 534) des Epidemiologischen Suchtsurveys (ESA), einer wiederholt querschnittlich angelegten Befragung deutschsprachiger Erwachsener in Privathaushalten.

Ergebnisse: Die 12-Monats-Prävalenz des Cannabiskonsums ist von 2012 (4,6 %) bis 2021 (8,8 %) kontinuierlich gestiegen. Für 2024 wurde mit 9,8 % ein weiterer Anstieg im Vergleich zu 2021 beobachtet, der statistisch nicht signifikant ist. Die Mehrheit der Konsumierenden griff auf Marihuana zurück (92,3 %) und nutzte überwiegend Joints (88,6 %). Jeder Vierte war zudem Mitglied in einem Cannabis Social Club (25,7 %). Das am häufigsten angegebene Konsummotiv war „um high zu werden oder Spaß zu haben“ (66,8 %), gefolgt von „um Stress abzubauen oder zu entspannen“ (61,3 %).

Schlussfolgerung: In der unmittelbaren Phase nach der Legalisierung zeigte sich in Deutschland eine geringe, nicht signifikante Zunahme der Prävalenz des Cannabiskonsums gegenüber 2021. Es ist es noch zu früh, um klare Effekte der Gesetzesänderung zu erkennen.

Gefördert durch das Bundesministerium für Gesundheit