[Translate to English:] Epidemiologischen Suchtsurvey

Pabst, A., Kraus, L.

Alkoholkonsum, alkoholbezogene Störungen und Trends. Ergebnisse des Epidemiologischen Suchtsurveys 2006

2008

Sucht, 54 (Sonderheft 1), S36-S46

Ziel: Untersucht wurden Prävalenzen und Mengen des Alkoholkonsums, des Rauschtrinkens und alkoholbezogener Störungen sowie Trends im Alkoholkonsum seit 1995. Methodik: Die Stichprobe des Epidemiologischen Suchtsurveys (ESA) 2006 umfasst 7.912 Personen im Alter von 18 bis 64 Jahren. Die Datenerhebung erfolgte als schriftliche Befragung bzw. telefonisches Interview (Mixed Mode Design). Die Antwortrate betrug 45%. Ergebnisse: Bezogen auf die letzten 30 Tage zeigten 10,7% der Befragten einen mindestens riskanten Alkoholkonsum von durchschnittlich mehr als 20/30g Reinalkohol pro Tag für Frauen/Männer. Nach DSM-IV erhielten 3,8% der 18- bis 64-Jährigen die Diagnose Alkoholmissbrauch und 2,4% die Diagnose Abhängigkeit. Trendanalysen zeigen, dass die konsumierten Mengen im zehn Jahres Vergleich auf konstant hohem Niveau blieben. Rauschtrinken hat unter jungen Erwachsenen deutlich zugenommen. In der Gruppe der 18- bis 24-Jährigen stieg der Anteil der Rauschtrinker (letzte 30 Tage) signifikant von 33,0% in 1995 auf 45,4% in 2006 an. Schlussfolgerungen: Alkoholkonsum ist in Deutschland nach wie vor weit verbreitet. Die hohe Prävalenz des Rauschtrinkens vor allem unter jungen Erwachsenen und die damit verbundenen Risiken für alkoholbezogene Probleme erfordern gezielte alkoholpolitische Maßnahmen.

Gefördert durch das Bundesministerium für Gesundheit